Die freie Immobilien-Enzyklopädie für Österreich

    Eduard Zehetner

    Eduard Zehetner (* 9. August 1951 in St. Pölten) ist ein österreichischer Manager, der von 2009 bis 2015 als Vorstandsvorsitzender der Immofinanz AG die Sanierung des nach der Finanzkrise schwer angeschlagenen Immobilienkonzerns leitete.

    Ausbildung

    Zehetner studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und schloss 1974 als Mag. rer. soc. oec. ab. 1976 folgte ein Diplom des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien im Bereich Operations Research und Betriebsinformatik, 1978 die Promotion zum Dr. rer. soc. oec. an der WU Wien.[1]

    Berufliche Laufbahn

    Von 1976 bis 1979 war Zehetner wissenschaftlicher Assistent am IHS. Anschließend wechselte er in die Industrie:

    • 1979–1985 Steyr-Daimler-Puch AG in Graz (Controlling, ab 1983 Prokura)
    • 1997–2000 Finanzdirektor bei Connect Austria (heute „Drei“)
    • 2000–2001 Geschäftsführer der Jet2Web Internet Services GmbH
    • 2001–2007 Finanzvorstand (CFO) der RHI AG

    Ende November 2008 wurde er in den Vorstand von Immofinanz und Immoeast berufen, ab Februar 2009 führte er den Konzern als CEO.[1][2]

    Sanierung der Immofinanz

    Zehetner übernahm die Immofinanz in ihrer schwersten Krise: Der Aktienkurs war 2008 nahezu kollabiert, die Beziehung zur damaligen Managementgesellschaft Constantia Privatbank war zerrüttet und Anleger hatten massive Verluste erlitten. Seine Amtszeit war geprägt von

    • der Verschmelzung von Immofinanz und Immoeast,
    • dem Verkauf nicht strategischer Bestände und der Rückführung von Verbindlichkeiten,
    • dem Aufbau einer klaren Portfoliostruktur nach Assetklassen und Ländern,
    • der Rückkehr zur Dividendenzahlung.

    Er galt in der Öffentlichkeit als pointierter, direkter Kommunikator und wurde in der Fachpresse mehrfach als „Sanierer“ bzw. „Retter“ des Konzerns beschrieben.[2][3] 2015 gab er die Führung an Oliver Schumy ab.[4]

    Bedeutung

    Die Immofinanz-Krise gilt als einer der prägenden Fälle des österreichischen Kapitalmarkts – vergleichbar in ihrer Wirkung auf das Anlegervertrauen erst wieder mit der Insolvenz der Signa Holding rund um René Benko ab 2023. Zehetners Restrukturierungskurs wird häufig als Referenzbeispiel dafür zitiert, wie ein börsennotierter Immobilienkonzern durch Entschuldung und Portfolio-Fokussierung stabilisiert werden kann.

    Seit dem Ausscheiden bei Immofinanz tritt Zehetner nur noch sporadisch öffentlich auf; konkrete aktuelle Mandate sind nicht dokumentiert.

    Einordnung

    Anders als sein Vorgänger Zehetner, der vor allem als Krisenmanager wahrgenommen wurde, galt Schumy als betont sachlicher Finanzmanager mit Fokus auf Bilanzqualität, Ratingfähigkeit und Markenaufbau im Bestandsportfolio. Aktuelle Mandate mit Stand 2026 sind nicht öffentlich dokumentiert.

    Aktuelles und Auszeichnungen

    Die von Zehetner geleitete Sanierung liegt inzwischen rund ein Jahrzehnt zurück; das Unternehmen, das er führte, hat sich seither weiterentwickelt.

    • 2025: Die von Zehetner sanierte Immofinanz AG änderte am 30. Jänner 2025 im Zuge der Übernahme durch die CPI Property Group ihren Firmenwortlaut in „CPI Europe AG“; die Umfirmierung wurde am 11. März 2025 im Firmenbuch wirksam.[5]
    • 2015: Übergabe der Vorstandsführung an Oliver Schumy nach rund sechsjähriger Sanierungsphase.[4]

    Aktuelle eigene Mandate oder Auszeichnungen Zehetners für 2025/2026 sind nicht öffentlich dokumentiert.

    Einzelnachweise

    1. Lebenslauf Eduard Zehetner (PDF) (vol.at)
    2. Eduard Zehetner, CEO der IMMOFINANZ im Porträt (newbusiness.at)
    3. Interview „Alle Menschen sind käuflich“ (derStandard)
    4. Immofinanz: Oliver Schumy wird Nachfolger von Eduard Zehetner (boerse-social.com)
    5. Immofinanz: Namensänderung in CPI Europe AG (Wiener Börse)

    Siehe auch

    Kategorien: Persönlichkeit | Unternehmen

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