Bebauungsplan
Der Bebauungsplan ist ein verbindliches Planungsinstrument der Gemeinde, das die zulässige Art und das Maß der Bebauung eines Grundstücks im Detail festlegt.
Inhaltsverzeichnis
Definition
Der Bebauungsplan (auch Bebauungsbestimmungen) ist ein Instrument der örtlichen Raumplanung, das auf der Flächenwidmung aufbaut und detaillierte Regelungen für die Bebauung enthält.[1] Er wird von der Gemeinde als Verordnung erlassen und ist für Bauwerber verbindlich.
Inhalt
Ein Bebauungsplan kann unter anderem festlegen:
- Bauweise (offen, geschlossen, gekuppelt)
- Bebauungsdichte und Geschoßflächenzahl
- Bauhöhe und Geschoßanzahl
- Baulinien und Fluchtlinien
- Mindestgröße der Bauplätze
- Gestaltungsvorschriften (Dachform, Fassade)
- Stellplatzpflicht[2]
Diese Festlegungen beeinflussen maßgeblich die Nutzungsmöglichkeiten und den Wert einer Liegenschaft.
Bedeutung beim Immobilienkauf
Der Bebauungsplan ist für Immobilienkäuferinnen und -käufer von großer Bedeutung:
- Baulandwidmung: Nur auf als Bauland gewidmeten Flächen darf gebaut werden
- Bebauungsdichte: Bestimmt, wie viel Nutzfläche auf einem Grundstück errichtet werden darf
- Geschoßflächenzahl: Legt die maximale Geschoßanzahl fest
- Bauweise: Offen (freistehend), gekuppelt (Doppelhaus) oder geschlossen (Reihenhaus)
- Baufluchtlinien: Bestimmen die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück
Änderungen des Bebauungsplans können erhebliche Auswirkungen auf den Wert einer Liegenschaft haben – sowohl positiv (Nachverdichtung) als auch negativ (Beschränkungen). Eine Prüfung des geltenden Bebauungsplans gehört zur Due Diligence beim Grundstückskauf.[1]
Einzelnachweise
- Bauordnung für Wien (BO für Wien), §§ 5–9: Bebauungsplan (RIS)
- ÖROK-Empfehlung Nr. 56: Flächenwidmung und Bebauungsplanung (ÖROK)
