Immobilienkredit
Ein Immobilienkredit ist ein zweckgebundenes Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs, Baus oder der Sanierung einer Immobilie, das in der Regel durch eine Hypothek besichert wird.
Inhaltsverzeichnis
Definition
Ein Immobilienkredit (auch Wohnbaukredit oder Hypothekarkredit) ist ein langfristiges Darlehen, das speziell zur Finanzierung von Immobilienerwerb oder -bau vergeben wird.[1] In Österreich unterliegt er seit 2016 dem Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG), das EU-Verbraucherschutzrichtlinien umsetzt.
Kreditvergabestandards (KIM-Verordnung)
Seit August 2022 gelten in Österreich verschärfte Kreditvergabestandards durch die KIM-Verordnung der FMA:[2]
- Eigenmittelquote: Mindestens 20 % des Kaufpreises müssen als Eigenkapital vorhanden sein
- Schuldendienstquote: Die monatliche Kreditrate darf maximal 40 % des Nettohaushaltseinkommens betragen
- Laufzeit: Maximale Kreditlaufzeit von 35 Jahren
Diese Regeln gelten für Wohnimmobilienkredite an Verbraucher und sollen eine nachhaltige Kreditvergabe sicherstellen.
Kreditwürdigkeit und Voraussetzungen
Für die Gewährung eines Immobilienkredits prüft die Bank folgende Faktoren:
- Einkommen: Regelmäßiges, nachweisbares Einkommen (Anstellung, Selbstständigkeit)
- Eigenmittel: Seit der KIM-Verordnung (2022) mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital
- Leistbarkeit: Monatliche Kreditrate max. 40 % des Nettoeinkommens
- Laufzeit: Max. 35 Jahre, Volltilgung bis zum Pensionsantritt empfohlen
- Sicherheiten: Hypothekarische Besicherung der Liegenschaft
- Bonität: KSV-Auskunft und Haushaltsrechnung
Die KIM-Verordnung der FMA verschärfte 2022 die Kreditvergabestandards deutlich.[1]
Einzelnachweise
- Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG), BGBl. I Nr. 51/2016 (RIS)
- FMA-Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO), BGBl. II Nr. 335/2022 (FMA)
