REIT (Real Estate Investment Trust)
Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist eine börsennotierte Immobilienaktiengesellschaft, die in Immobilien investiert und den Großteil ihrer Erträge an die Anlegerinnen und Anleger ausschüttet.
Inhaltsverzeichnis
Definition
Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist eine Kapitalgesellschaft, die überwiegend in Immobilien oder immobilienbezogene Vermögenswerte investiert und gesetzlich verpflichtet ist, einen hohen Anteil ihrer Gewinne (meist 90 %) an die Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten.[1] REITs ermöglichen es Privatanlegerinnen und -anlegern, sich indirekt an großen Immobilienportfolios zu beteiligen, ohne selbst Immobilien erwerben oder verwalten zu müssen.
Funktionsweise
REITs funktionieren im Wesentlichen wie folgt:
- Die Gesellschaft erwirbt und verwaltet ein Portfolio aus Immobilien (Büro, Wohnen, Handel, Logistik, Hotels etc.)
- Erträge stammen aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen
- Mindestens 75 % der Erträge müssen aus Immobiliengeschäften stammen
- Mindestens 90 % des Gewinns müssen als Dividende ausgeschüttet werden
- Die Anteile sind an der Börse handelbar und somit liquide
Durch die Börsennotierung bieten REITs eine deutlich höhere Liquidität als direkte Immobilieninvestitionen oder geschlossene Immobilienfonds.[1]
REITs in Österreich
In Österreich gibt es (Stand 2024) kein eigenes REIT-Gesetz. Österreichische Anlegerinnen und Anleger können jedoch in ausländische REITs investieren, etwa:[2]
- US-REITs: Größter REIT-Markt weltweit mit über 200 börsennotierten REITs
- Europäische REITs: In Deutschland (G-REITs seit 2007), Frankreich (SIIC), Großbritannien und den Niederlanden etabliert
- REIT-ETFs: Börsengehandelte Fonds, die in ein diversifiziertes REIT-Portfolio investieren
Alternativ können Anlegerinnen und Anleger in österreichische börsennotierte Immobiliengesellschaften wie die Immofinanz, CA Immo oder S Immo investieren, die ähnlich wie REITs funktionieren, aber nicht dem REIT-Regime unterliegen.
Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Niedrige Einstiegshürde (Kauf bereits ab einer Aktie möglich)
- Hohe Liquidität durch Börsenhandel
- Regelmäßige Dividendenausschüttung
- Professionelles Management
- Diversifikation über verschiedene Immobilientypen und Standorte
Nachteile:
- Kursschwankungen (höhere Volatilität als Direktinvestments)
- Keine direkte Kontrolle über die Immobilien
- Steuerliche Behandlung der Dividenden als Kapitalertrag (27,5 % KESt in Österreich)
- Korrelation mit dem allgemeinen Aktienmarkt in Krisenzeiten[2]
Abgrenzung zu anderen Anlageformen
REITs unterscheiden sich von anderen Immobilieninvestments:
| Merkmal | REIT | Offener Immobilienfonds | Direktinvestment | Brickwise/Tokenisierung |
|---|---|---|---|---|
| Liquidität | Hoch (Börse) | Mittel | Niedrig | Mittel |
| Mindestanlage | Ab ca. 10 € | Ab ca. 50 € | Ab ca. 50.000 € | Ab 100 € |
| Mitbestimmung | Nein | Nein | Ja | Eingeschränkt |
| Diversifikation | Hoch | Hoch | Niedrig | Niedrig |
| Regulierung | Streng | Streng | Keine | Variiert |
Einzelnachweise
- European Public Real Estate Association (EPRA), Global REIT Survey 2024 (EPRA)
- Wiener Börse, Immobilienaktien und REITs (Wiener Börse)
