Die freie Immobilien-Enzyklopädie für Österreich

    Zinshaus

    Ein Zinshaus ist ein Mehrparteienhaus, das primär der Erzielung von Mieteinnahmen (Zinsen) dient und vorwiegend aus der Gründerzeit stammt – ein typisches Immobilienprodukt des österreichischen Marktes.

    Definition

    Der Begriff Zinshaus (auch Mietshaus) bezeichnet in Österreich ein Wohngebäude mit mehreren vermieteten Wohneinheiten, das sich im Eigentum einer einzelnen Person oder Gesellschaft befindet. Der Begriff leitet sich von 'Zins' (= Miete) ab. Zinshäuser sind besonders in Wien aus der Gründerzeit (ca. 1850–1910) weit verbreitet.[1]

    Bewertung

    Die Bewertung eines Zinshauses erfolgt primär über das Ertragswertverfahren:[2]

    Rohertrag: Summe aller Mieteinnahmen (Ist-Mieten oder nachhaltig erzielbare Mieten)

    Reinertrag: Rohertrag abzgl. Bewirtschaftungskosten

    Ertragswert: Kapitalisierter Reinertrag über die Restnutzungsdauer + Bodenwert

    Der Kaufpreisfaktor (Vielfaches der Jahresmiete) liegt in Wien je nach Lage zwischen 15 und 30.

    Besonderheiten am österreichischen Markt

    Viele Zinshäuser unterliegen dem Vollanwendungsbereich des MRG, was bedeutet:

    Einzelnachweise

    1. Stabentheiner, Mietrecht, 5. Auflage, Manz Verlag 2020 (Manz Verlag)
    2. Bienert/Funk, Immobilienbewertung Österreich, 4. Auflage, ÖVI 2017 (ÖVI)

    Siehe auch

    Kategorien: Immobilienarten | Vermietung | Bewertung

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