Passivhaus
Ein Passivhaus ist ein Gebäude mit extrem niedrigem Heizwärmebedarf (maximal 15 kWh/m² pro Jahr), das durch hervorragende Wärmedämmung, Luftdichtheit und kontrollierte Wohnraumlüftung nahezu ohne konventionelle Heizung auskommt.
Inhaltsverzeichnis
Definition und Standard
Das Passivhaus-Konzept wurde maßgeblich vom Passivhaus Institut in Darmstadt (Dr. Wolfgang Feist) entwickelt. Ein Passivhaus muss folgende Kriterien erfüllen:[1]
- Heizwärmebedarf: max. 15 kWh/(m²·a)
- Primärenergiebedarf: max. 120 kWh/(m²·a)
- Luftdichtheit: n50 ≤ 0,6/h (Blower-Door-Test)
In Österreich wird der Passivhausstandard im Energieausweis ausgewiesen und ist bei vielen Wohnbauförderungen Voraussetzung für erhöhte Fördersätze.
Technische Komponenten
Die wesentlichen Bauelemente eines Passivhauses sind:
- Wärmedämmung: Hochleistungsdämmstoffe mit U-Werten unter 0,15 W/(m²K) in Wand, Dach und Bodenplatte
- Fenster: Dreifachverglasung mit gedämmten Rahmen (U-Wert ≤ 0,8 W/(m²K))
- Lüftungsanlage: Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (Rückgewinnungsgrad ≥ 75 %)
- Wärmebrückenfreiheit: Durchgehende Dämmhülle ohne thermische Schwachstellen[2]
Die Restwärme wird häufig über eine kompakte Wärmepumpe oder solare Gewinne gedeckt.
Passivhaus in Österreich
Österreich zählt europaweit zu den Vorreitern im Passivhausbau. Insbesondere Vorarlberg und Wien haben den Passivhausstandard stark gefördert. Die Stadt Wien schreibt bei neuen Gemeindebauten energieeffiziente Standards vor.[3]
Die Wohnbaufoerderung der Bundesländer gewährt für Passivhäuser in der Regel höhere Förderungen als für konventionelle Neubauten. Im Rahmen der thermischen Sanierung können auch Bestandsgebäude auf Passivhausniveau gebracht werden.
Einzelnachweise
- Passivhaus Institut, Kriterien für den Passivhausstandard, 2023 (Passivhaus Institut)
- Feist, W., Das Passivhaus – Grundlagen, Planung, Umsetzung, 6. Auflage, ökobuch Verlag 2022 (ökobuch Verlag)
- Stadt Wien, Klimaschutzprogramm KliP II – Neubau im Passivhausstandard (Stadt Wien)
