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    Zinshausmarkt

    Der Zinshausmarkt umfasst den Handel mit Zinshäusern – historischen Mietshäusern, die als Kapitalanlage oder Entwicklungsprojekt erworben werden.

    Definition

    Ein Zinshaus ist ein Wohngebäude mit mehreren Mietwohnungen, das der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer durch Vermietung laufende Erträge ("Zinsen") einbringt.[1] In Österreich bezeichnet der Begriff insbesondere die historischen Gründerzeit-Miethäuser (erbaut ca. 1848–1918), die das Stadtbild von Wien, Graz und anderen Städten prägen.

    Marktüberblick

    Der österreichische Zinshausmarkt konzentriert sich stark auf Wien:[1]

    • Wien: Ca. 14.000 Gründerzeit-Zinshäuser, davon ca. 150–250 Transaktionen pro Jahr
    • Graz: Zweitgrößter Markt mit ca. 2.000 Zinshäusern
    • Linz, Salzburg, Klagenfurt: Kleinere, aber aktive Märkte

    Der Zinshausmarkt wurde stark von der Zinswende 2022/2023 beeinflusst – die Transaktionsvolumina sind gesunken, und die Preise haben in vielen Lagen nachgegeben. Wichtige Marktdaten liefern u. a. IMMOunited, die ÖVI und EHL Immobilien.[2]

    Bewertung

    Die Bewertung eines Zinshauses erfolgt typischerweise nach dem Ertragswertverfahren:[2]

    • Rohertrag: Jährliche Mieteinnahmen (Ist-Miete und potenzielle Marktmiete)
    • Bewirtschaftungskosten: Verwaltung, Instandhaltung, Leerstandsrisiko
    • Reinertrag: Rohertrag minus Bewirtschaftungskosten
    • Kapitalisierung: Reinertrag ÷ Liegenschaftszinssatz (typisch: 2,5–4,5 %)

    Zusätzliche Wertfaktoren: Entwicklungspotenzial (Dachgeschossausbau, Parifizierung zu Wohnungseigentum), Sanierungszustand, Lage und Denkmalschutz.

    Investmentstrategien

    Investorinnen und Investoren verfolgen am Zinshausmarkt verschiedene Strategien:

    • Buy & Hold: Langfristiges Halten und Vermietung – stabile Mieteinnahmen, wertgesichert durch Indexklauseln
    • Parifizierung: Begründung von Wohnungseigentum und Einzelverkauf der Wohnungen – meist deutlich höherer Gesamterlös
    • Sanierung/Revitalisierung: Umfassende Sanierung und Neuvermietung zu höheren Mieten (ggf. als Bauherrenmodell)
    • Dachgeschossausbau: Schaffung neuer Wohnfläche im Dachgeschoss – hohe Margen möglich

    Die Wahl der Strategie hängt von Lage, Zustand, Mietstruktur und den Zielen der Investorin bzw. des Investors ab.

    Einzelnachweise

    1. Otto Immobilien, Zinshausmarktbericht Wien 2024 (Otto Immobilien)
    2. EHL Immobilien, Ersterbericht Zinshausmarkt Österreich 2024 (EHL)

    Siehe auch

    Kategorien: Investment | Immobilienmarkt

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