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    Rendity

    Rendity war eine 2015 gegründete Wiener Plattform für Immobilien-Crowdinvesting. Im Februar 2026 stellte das Unternehmen den operativen Betrieb ein und befindet sich seither in Liquidation.

    Unternehmen

    Die Rendity GmbH (FN 438425v, Sitz Seitenstettengasse 5, 1010 Wien) wurde im August 2015 ins Firmenbuch eingetragen.[1] Zu den Investoren der Wachstumsphase zählte unter anderem Daniel Jelitzka. Die Plattform vermittelte Anlegern Beteiligungen an Immobilienprojekten österreichischer und deutscher Entwickler.

    Geschäftsmodell

    Rendity funktionierte nach dem Prinzip des Crowdinvestings: Anleger konnten bereits mit kleinen Beträgen (typischerweise ab 500 Euro) in Projekte investieren. Rechtlich handelte es sich überwiegend um nachrangige Darlehen – das heißt: Im Insolvenzfall des Projektträgers werden diese Forderungen erst nach allen anderen Gläubigern, insbesondere nach der finanzierenden Bank, bedient.

    Die Projekte boten feste Zinssätze mit Laufzeiten von meist ein bis vier Jahren. Für Entwickler war das eingesammelte Kapital wirtschaftlich Eigenkapitalersatz (Mezzanine), was höhere Bankfinanzierungen ermöglichte.

    Einstellung des Betriebs 2026

    Bereits ab 2024 vermittelte Rendity keine neuen Investments mehr. Am 16. Februar 2026 informierte das Unternehmen die Anleger über die endgültige Einstellung des operativen Geschäfts; die Gewerbeberechtigungen wurden zurückgelegt und die Gesellschaft firmiert im Firmenbuch als „Rendity GmbH in Liqu.“.[2][3]

    Hintergrund war die Krise der Projektentwicklerbranche: Zahlreiche über Crowdinvesting finanzierte Projekte gerieten nach der Zinswende in Verzug oder Insolvenz, wodurch nachrangige Anlegergelder ausfielen.

    Lehren für Anleger

    Der Fall Rendity verdeutlicht die zentralen Risiken des Immobilien-Crowdinvestings:

    • Nachrangigkeit: Anleger stehen in der Verwertungsreihenfolge hinter Banken
    • Kein Grundbuchsschutz: Anders als beim Pfandrecht besteht keine dingliche Sicherheit
    • Klumpenrisiko bei wenigen Projekten desselben Entwicklers
    • Plattformrisiko: Die Abwicklung hängt am Fortbestand des Vermittlers

    Als Alternativen mit anderer Risikostruktur gelten offene Immobilienfonds, Immobilienaktien wie S IMMO oder CA Immo sowie direkte Investitionen in Vorsorgewohnungen.

    Aktuelles und Auszeichnungen

    • 17. Februar 2026: Nach Medienberichten sind rund 38.000 Anleger mit einem Gesamtvolumen von mehr als 150 Millionen Euro von der Einstellung des Betriebs betroffen; die Plattform wird bis mindestens 31. Mai 2026 abgewickelt.[4][5]
    • März 2026: Die Stiftung Warentest berichtete unter dem Titel „Crowdfunding: Immobilien-Plattform Rendity gibt auf" über die Schließung und ordnete den Fall in die allgemein steigende Zahl unplanmäßig verlaufener Immobilien-Crowdfunding-Projekte ein.[6]

    Einzelnachweise

    1. Firmenbuchauszug Rendity GmbH (in Liqu.), FN 438425v (Firmenbuch)
    2. ORF: 'Berichte über Aus von Crowdinvesting-Plattform Rendity', 16.02.2026 (ORF.at)
    3. immomedien.at: 'Rendity stellt Betrieb endgültig ein' (immomedien.at)
    4. investieren24.de: "Crowdinvesting-Schock: Rendity beendet Betrieb und startet geordnete Abwicklung", 24.02.2026 (investieren24.de)
    5. broker-test.at: "Rendity schließt endgültig, Plattform wird bis mindestens 31. Mai 2026 abgewickelt", 17.02.2026 (broker-test.at)
    6. Stiftung Warentest: "Crowdfunding: Immobilien-Plattform Rendity gibt auf", 09.03.2026 (test.de)

    Siehe auch

    Kategorien: Unternehmen | PropTech | Immobilieninvestment

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