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    Vorsorgewohnung

    Eine Vorsorgewohnung ist eine Eigentumswohnung, die als Kapitalanlage erworben und vermietet wird, um langfristig Mieteinnahmen und Wertsteigerung zu erzielen.

    Definition

    Eine Vorsorgewohnung (auch: Anlegerwohnung oder Renditewohnung) ist eine Eigentumswohnung, die nicht zur Eigennutzung, sondern zur Vermietung und Kapitalanlage erworben wird.[1] Die Eigentümerin bzw. der Eigentümer erzielt laufende Mieteinnahmen und profitiert langfristig von der Wertsteigerung der Immobilie.

    Steuerliche Aspekte

    Die steuerliche Behandlung ist ein zentraler Aspekt der Vorsorgewohnung:[2]

    Vorsteuerabzug (USt):

    • Beim Erwerb einer Vorsorgewohnung vom Bauträger fällt 20 % USt auf die Herstellungskosten an
    • Diese Vorsteuer kann als Vermieterin bzw. Vermieter geltend gemacht werden (ca. 16 % des Kaufpreises)
    • Voraussetzung: Mindestens 20 Jahre umsatzsteuerpflichtige Vermietung

    Einkommensteuer:

    • Mieteinnahmen sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
    • Absetzbar: Abschreibung (AfA, 1,5 % p.a.), Zinsen, Instandhaltung, Verwaltungskosten
    • In den ersten Jahren entstehen oft steuerliche Verluste (Verrechenbarkeit)

    Renditeberechnung

    Bei der Renditeberechnung einer Vorsorgewohnung sind folgende Kennzahlen relevant:[1]

    • Bruttorendite: Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100 (typisch: 2,5–4 %)
    • Nettorendite: Nach Abzug aller Kosten (Verwaltung, Instandhaltung, Leerstandsrisiko)
    • Gesamtrendite: Nettomietrendite + Wertsteigerung (langfristig ca. 4–6 % p.a.)

    Wichtig: Die Prognoserechnung muss innerhalb von 20 Jahren einen Gesamtüberschuss (Totalgewinn) ausweisen, sonst droht die steuerliche Aberkennung als Liebhaberei durch das Finanzamt.[2]

    Standort- und Objektauswahl

    Für den Erfolg einer Vorsorgewohnung ist die Standortwahl entscheidend:

    • Lage: Gute Infrastruktur, öffentliche Verkehrsanbindung, Nahversorgung
    • Nachfrage: Hohe Mietnachfrage (Universitätsstädte, Ballungszentren)
    • Größe: 2-Zimmer-Wohnungen (40–60 m²) sind am leichtesten vermietbar
    • Zustand: Neubau oder Generalsanierung für geringe Instandhaltungskosten
    • Vermietbarkeit: Realistische Mietansätze (nicht übertriebene Prognosen)

    Beliebteste Standorte in Österreich: Wien (insb. Bezirke 2–10, 20, 21), Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck.

    Einzelnachweise

    1. WKO Fachverband Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Vorsorgewohnung – Leitfaden (WKO)
    2. Einkommensteuerrichtlinien 2000, Rz 6400 ff – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (BMF)

    Siehe auch

    Kategorien: Investment | Steuerrecht

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